Fussball-Kult

Fußball ist nicht gleich Fußball. Es gibt Spieler, Trainer, Stadien und Vereine die jede Woche im Blickpunkt des Geschehens stehen und trotzdem blass bleiben. Echter Fussball lebt von den Typen, von den Kult-Stätten bzw. Kult-Stadien und Vereinen, die eine gewisse Aura umgibt, die nicht normal sind und sich aus der Masse abheben. Durch die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball werden die echten Typen gefühlt auch immer seltener, weil sie wenn sie in Erscheinung treten zwar gefeiert werden, aber im Alltag nicht erwünscht sind und so häufig auf der Strecke bleiben.

Die großen Typen bleiben daher etwas Besonderes. Da gibt es dann die Legenden, die Lichtgestalt Franz Beckenbauer, Enfant Terrible Mario Basler, den weißen Brasilianer Ansgar Brinkmann, Fussball-Ungeheuer Horst Hrubesch, den Typen Mehmet Scholl, Trainer-Typen wie Dragoslav Stepanovic, Hans Meyer, den Erfinder der Fußball-Sprüche Sepp Herberger, Udo Lattek und Helmut Schön. Und dann die Reporter: der durch das WM-Endspiel 1954 berühmt gewordene Herbert Zimmermann, Ernst Huberty, Heribert Faßbender, Werner Hansch, der ewig umstrittene Marcel Reif, Rolf Töpperwien  oder Günther Koch. All diese Typen im Fußball sind irgendwie Kult. Sie haben sich aus der Masse abgehoben durch ihren Charakter, herausragendes Talent oder einzelne Taten oder sonstige Eigenschaften. Es sind die Kult-Typen, von denen der Fußball-Sport lebt und weswegen er bis heute eine einzigartige Stellung unter allen Sportarten hat.

Am liebsten erlebt man diese Kult-Fussballer dann auch in einem Kult-Stadion. Old Trafford oder die Anfield Road in England, San Siro in Italien, Camb Nou in Barcelona oder das Estadio Santiago Bernabéu in Madrid und natürlich die deutschen Kult-Stätten: Betzenberg, Millerntor oder Westfalenstadion, Legenden wie das alte Parkstadion oder unterklassige Arenen mit großer Historie: Das Preußenstadion in Münster, Zentralstadion in Leipzig, Glückauf-Kampfbahn oder Rote Erde sind Plätze mit historischer Vergangenheit, die ihren Charme in der Tradition und den vergangenen Ereignissen haben. Vielen farblosen, modernen Arenen fehlt dabei etwas, obwohl auch hier einige auf einem guten Weg sind.

Doch Kult im Fußball lässt sich nicht planen. Kult wird man automatisch, es ist schwer zu werden aber wenn man diesen Status erreicht hat, ist man unvergesslich in den Herzen der Fans verankert!